Das Fohlen ist da!

Endlich war es soweit: nach einer mir erscheinenden endlos langen Wartezeit entdeckte ich am Sonntagabend gegen 23:45 Uhr das wohl gerade erst geborene Fohlen in der Box. Es hatte bereits die Vorderbeine und den Kopf aus der Eihülle heraus aber der restliche Körper war noch darin eingedeckt. Meine 24-jährige Zuchtstute hat sich instinktsicher und völlig gelassen um ihren neuen Nachwuchs gekümmert, zusammen rieben wir den Kleinen trocken. Ein kerngesunder Rapphengst aus Tvinna frá Grænuhlið und Mímir frá Hvoli wie ich beim Desinfizieren des Nabels entdeckte, mit extrem langen Beinen und elegantem, feinem Körperbau bei gutem Fundament und stabilen Gelenken. Nach nur 40 Minuten richtete er sich eigenständig auf und trank die wichtige Bistmilch bei seiner Mutter. Bereits am nächsten Tag zeigte er alle 4 Gangarten in der Box, die Vermutung, endlich einmal einen Viergänger aus meiner fünfgängigen Zuchtstuten bekommen zu haben, liegt sehr nahe – auch wenn es sich letztendlich erst unter dem Sattel entscheidet ob diese Vermutung stimmt. Der Kleine ist sehr sehr mutig, hat ein feines und sehr menschenbezogenes Wesen und verhält sich bei neuen Situationen (neuer Bodenuntergrund, neue Menschen, neue Pferde, Lärm, Hunde, unterschiedliche Wetterverhältnisse, …) sehr gelassen und bleibt ganz ruhig. Neugierig schaut er sich diese Dinge an und bleibt – ganz höflich aber dennoch selbstsicher – Herr der Lage. Ich bin rundum sehr zufrieden mit dieser Anpaarung, auch wenn der aktuelle „Zuchttrend“ eher in Richtung „Masse statt Klasse und Hauptsache bunt!“ geht. Dies geschieht oft auf Kosten der Gesundheit, des Charakters und des Gangpotenzials des Islandpferdes und ist für mich – als verantwortungsvoller Züchter – der falsche Weg.

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Der nächste Tag auf dem Paddock:

   

Zum 1. Mal auf der Wiese an Tag 3:

 

 

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